ZUR GESCHICHTE VON DUDINGHAUSEN

Dudinghausen am Hohen Sprenzer See gehörte bis zur Enteignung 1945 der Weitendorfer Linie der Vierecks, zu denen sich meine Familie zählt.

Der Ritterhof wird 1347 das erste Mal urkundlich erwähnt und wurde – wie der Name sagt – von der Familie v.Duding im 14.Jahrhundert auf der Feldmark des Dorfes Dechow auf einer Halbinsel im See inmitten herrlicher Buchenbestände errichtet. Auf der Insel des zum Gut gehörigen Sees haben Fischreiher und Kormorane ihre Horste, und im Winter gibt es kaum eine Enten-, Säger- oder Taucherart, die hier nicht anzutreffen ist. Dudinghausen ist mit der Zeit an die Stelle des früheren Dechow getreten.
Nach dem Aussterben der Familie v.Duding hatte der Besitz zunächst verschiedene Eigentümer, die Familie v.Barold, dann die dänische Königin Sophie, die damals reichste Frau Europas, und später die Familie v.Voß. 1660 verpfändete Jürgen v.Voß das Gut an Caspar v.Thun. Dieses Pfandrecht ging ebenfalls durch verschiedene Hände und wurde schließlich von Levin Jürgen v.Bassewitz erworben. Da die Familie v.Voß nicht im Stande war, das Pfand einzulösen, überließ Bassewitz im Jahre 1702 alle Rechte dem im benachbarten Weitendorf und Wattmannshagen ansässigen königlich preußischen Gh.Rat und Gesandten in Kopenhagen Adam Otto v.Viereck. Dieser leistete seinen Lehnseid dem Schweriner Herzog, sollte sich aber an seinem Erwerb nicht recht freuen. Die Bassewitze verweigertem ihm nicht nur die Einlösung, sondern verkauften das Gut ihrerseits für 3.743 Rthlr. an die herzoglich Güstrowsche Kammer. Adam Otto d.Ä. v.Viereck führte daraufhin über 25 Jahre einen Prozess gegen den Herzog, dessen Ende er selbst nicht mehr erlebte. Erst 1729 gab das Reichskammergericht der Klage Recht. Brief und Siegel des Kaisers liegen in unserem Archiv in der Universität Rostock.

Der in Fontanes „Wanderungen“ erwähnte Adam Otto d.J. v.Viereck, Kgl. Preußischer Staatsminister von Friedrich d.G., war nunmehr der Besitzer von Dudinghausen, lebte aber auf Weitendorf bzw. Schloss Buch bei Berlin. Das Gut erbten seine Töchter. Ulrike Charlotte, verheiratet mit ihrem Vetter, dem Kgl.preußischen Generalmajor und Ritter des Pour le merite Christian Friederich v.Viereck, übernahm den Besitz. Von 1797 bis 1843 war ihr Sohn, der Kgl.preußische Kriegsrat Carl Albrecht Friederich v.Viereck Eigentümer. Ab 1823 erweiterte er das bis dahin eher bescheidene und zuletzt 1705 neu errichtete Herrenhaus durch einen in edlen klassizistischen Formen gehaltenen Anbau. Bis 1905 folgten weitere bauliche Ergänzungen. Dadurch bekam das Anwesen in aller ländlichen Bescheidenheit insbesondere durch seinen 14 Hektar großen Park auf der Halbinsel laut vieler zeitgenössischer Beschreibungen ein äußerst reizvolles Ansehen. Sein Urenkel, Georg v.Viereck, leistete dem Großherzog am 20.Februar 1915 ein letztes Mal den Lehnseid und führte das Gut bis1945 durch schwierige Zeiten. Vor der heranrückenden Roten Armee musste er Dudinghausen am Ende des Zweiten Weltkriegs verlassen. Haus und Hof wurden zu DDR Zeiten eingerissen, geblieben sind die ehemaligen Patronatskirchen in Hohen Sprenz, Kritzkow, Recknitz und Weitendorf.

Karl Heinrich v.Viereck-Engel hat das seinem Adoptivvater, Georg v.Viereck, gegebene Versprechen eingelöst und zusammen mit seinem Sohn, Konrad v.Viereck, nach der Wende Teile des Gutsbesitzes, insbesondere den früheren Schlosspark, zurück erworben.